Aus Zeit bleibendes erschaffen.

Steven Holl
Architekt

Architektur dient als Zeitanzeige“, sagt der internationale Stararchitekt Steven Holl. „Sekunde, Minute, Stunde, Monat, Jahr, Dekade, Epoche, Jahrtausend … alle werden lebendig, durch die Brille der Architektur betrachtet. Architektur gehört zu den kurzlebigsten und zugleich zu den beständigsten Ausdrucksformen von Kultur.“Der vom TIME Magazine 2001 zum „America´s Best Architect“ gewählte Holl hat markante architektonische Zeichen gesetzt, in der ganzen Welt. Museen, Kirchen, Villen in Amerika, Europa, Asien tragen seine Handschrift, vom Turbulence House in New Mexico bis zum Loisium im österreichischen Waldviertel, vom Hamsun-Zentrum in Hamarøy/Norwegen bis zum Modern MO MA in Shanghai. Gute Architektur, so Steven Holl, entstünde dort, wo „ein Projekt intensiv erarbeitet wird. Wo die Mannigfaltigkeit von Zeit zusammengeführt, die vielen Facetten eines Vorhabens zu einem Ganzen verbunden werden.“

Hier das mit der Zeit (Ver)Gehende, dort das bleibend Gültige … in diesem Spannungsfeld entstehen Design, Architektur, Kunst. Steven Holl zur Begegnung des Architekten mit der Zeit: „Es ist wichtig, im Heute zu denken und im Heute zu handeln. Wir leben nicht nur in unserer Zeit, wir sind unsere Zeit. Die pure Geschwindigkeit hat heute die Definition von Räumen verändert. Die Beschleunigung der wechselnden Trends lässt es unmöglich erscheinen, stets wechselnden Wünschen zu entsprechen. Die primäre Herausforderung an die Architektur ist daher: zu bestehen, zu überdauern.“

Die Qualität der Architektur unterscheidet das Flüchtige, bald Vergessene von Werken der Baukunst, die den Charakter ihrer Entstehungszeit transformieren. Holl zu den kreativen Prozessen, die Zeitgeist und Zeitloses verbinden: „Architektur ist eine Schnittstelle der Umwandlung. Eine Kunst des Überdauerns, die den Abgrund überspannt zwischen Ideen und Formen der Wahrnehmung, zwischen fließender Bewegung und festem Ort. Architektur schlägt eine Brücke über die gähnende Kluft zwischen dem Intellekt und der Sinnlichkeit des Sehens, Hörens und Berührens, zwischen den Höhenflügen von Geist und Phantasie und den organischen und emotionalen Bedürfnissen des Körpers.“

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